RESILIENTE KINDER

Ein Konzept zur frühen Förderung von Resilienz

Information & Tipps
in der »Corona-Krise«

für Eltern und all jene, die mit Kindern arbeiten

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Kinder während und nach der Corona-Krise stärken

Neun einfache Tipps für Eltern und all jene. die mit Kindern arbeiten, um die Widerstandskraft ihrer Kinder zu fördern.

Keine Resilienz ohne Krise

Resilienz, die Fähigkeit, mit Belastungen umgehen zu können, diese zu überwinden und sich anzupassen, zeigt sich erst in der Situation einer Belastung.

Förderung der kindlichen Resilienz

Der Resilienz-Prozess ist seit Beginn der Pandemie angekurbelt und Eltern können ihre Kinder dabei mit einfachen Mitteln fördern und unterstützen. Unsere neun Tipps lassen sich dabei aus der Sicht des Kindes drei Bereichen zuordnen: Ich HABE, ich BIN und ich KANN. 1)

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ICH HABE …

… Menschen, die sich um mich kümmern und die mich mögen. 

Ungewohnte Situationen, wie die Corona-Krise, die unseren Alltag einschränken und verändern, können bei Kindern zu Unsicherheiten führen. Als Elternteil können Sie Ihrem Kind dabei helfen, ein Gefühl von Sicherheit und Orientierung zu gewinnen, indem Sie Routinen, Strukturen und Regeln vorgeben. So kann das Kind den Ablauf des Tages vorhersehen und besser einschätzen, was es in etwa erwartet.
Es gehört zu den Grundbedürfnissen von Kindern, sich unterstützt, umsorgt und geliebt zu fühlen und besonders in Krisenzeiten sind soziale Beziehungen von großer Bedeutung. Denken Sie gemeinsam immer wieder an Personen, die dem Kind lieb und wichtig sind, und ermöglichen Sie im Rahmen der momentanen besonderen Umstände die Pflege dieser Kontakte.

… Menschen, an die ich mich mit meinen Fragen und Sorgen wenden kann. 

Nehmen Sie Sorgen ernst. In einer unklaren und belastenden Situation kann Information helfen, ein Gefühl von Sicherheit wiederzuerlangen. Versuchen Sie deshalb, auf Fragen des Kindes einzugehen und diese für das Kind mit sachlichen, altersgemäßen Erklärungen verständlich zu beantworten.  

… Vorbilder. 

Kinder orientieren sich am Verhalten und den Herangehensweisen von Erwachsenen. Auch wenn das Einhalten der Maßnahmen zur Krankheitseindämmung nicht immer leicht fällt, versuchen Sie, diese mit einer positiven Grundeinstellung umzusetzen. So kann sich das Kind als Teil einer großen Gemeinschaft erleben. Gemeinsamkeit und Handlungsfähigkeit (selbst einen Beitrag leisten) geben Stärke. 

… ein gut funktionierendes Gesundheitssystem. 

Wenn Ihr Kind Sorge und Angst hat, dass jemand im nächsten Umfeld erkrankt oder es selbst krank wird, betonen Sie, dass wir auf ein gut ausgestattetes Gesundheitssystem zurückgreifen können. Sicherheit ist stabilisierend und beruhigend.

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ICH BIN …

… liebenswert. 

Die Corona-Krise hat bei den meisten Menschen Sorgen und Ängste ausgelöst. Auf diese legen nun Erwachsene verständlicherweise ihre Aufmerksamkeit, weil es etwa um den drohenden Verlust des Arbeitsplatzes geht. Dabei sollte nicht übersehen werden, dass es besonders in Krisensituationen von großer Bedeutung ist, dass sich Kinder angenommen und geliebt fühlen. Vermitteln Sie daher trotz aller Unsicherheiten Ihrem Kind regelmäßig in Gesten und Worten wie lieb Sie es haben und wie wichtig es Ihnen ist. 

… zuversichtlich. 

Auch wenn die Kinder zum großen Teil mit der neuen Situation zurecht kommen, kann es immer wieder einmal zu einem „Durchhänger“ kommen, weil Einschränkungen (z.B. erneute Maskenpflicht, Distanz, Einschränkung des Freizeitprogramms) gerade als belastend empfunden werden. Benennen Sie mit Ihrem Kind diese Belastung und stellen Sie gemeinsam Überlegungen an, wie: „Was würden wir gerne wieder mal tun? Worauf freuen wir uns? Was können wir trotz Einschränkungen auch jetzt recht gut machen?“ So kann der Blick weg von der momentanen Belastungssituation auf etwas Erfreuliches gerichtet werden.

… eine Person, die ihre Gefühle und Sorgen äußern darf. 

Verschiedene Gefühle wie Wut, Ärger, Angst, Hilflosigkeit, Hoffnung, Liebe usw. treten auch bei Kindern in unterschiedlicher Intensität auf und können einander schnell abwechseln. Wenn nötig, helfen Sie Ihrem Kind diese Gefühle zu benennen und einzuschätzen, was der mögliche Auslöser dieser Gefühle ist bzw. war. Dadurch können Kinder besser verstehen, was gerade in ihnen vorgeht, und erwerben so immer mehr die Fähigkeit, ihre Emotionen und Impulse zu regulieren.

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ICH KANN …

… Wege finden, um Probleme zu lösen. 

Im Frühjahr dieses Jahres haben wir alle den so genannten „lockdown“ miterlebt bzw. durchlebt. In dieser Zeit haben wir und somit auch die Kinder einen neuen Alltag, neue Rituale und Routinen kennengelernt. Wenn jetzt wieder Maßnahmen zur Krankheitseindämmung gesetzt werden und dies eine schwierige Situation für Ihr Kind darstellt, erinnern Sie sich gemeinsam, dass Sie schon eine ähnliche Situation gemeistert haben und überlegen Sie gemeinsam, wie nun auch die aktuelle Situation bewältigt werden kann.   

… aktiv einen wertvollen Beitrag leisten und verstehen, warum die Situation momentan so ist wie sie ist. 

Wenn Kinder in die Umsetzung der Maßnahmen miteinbezogen werden, fällt es ihnen leichter, diese auch einzuhalten. Der Hinweis darauf, dass das Kind selbst etwas zur Eindämmung der Pandemie beiträgt (z.B. Maske tragen, neues Grüßen, körperliche Distanz zu Großeltern…), kann das Gefühl der Selbstwirksamkeit – also Herausforderungen selbst erfolgreich bewältigen zu können – stärken. Besprechen Sie deshalb vorab mit Ihrem Kind notwendige Regeln, begründen Sie diese und fordern Sie sie in der Situation ein bzw. erinnern Sie Ihr Kind daran.

… andere in dieser Situation aktiv unterstützen. 

Für Kinder wie für Erwachsene kann es eine schöne Erfahrung sein, anderen Gutes tun bzw. anderen eine Freude zu bereiten. Überlegen Sie gemeinsam, wem das Kind eine Freude bereiten könnte, wie z.B. eine Zeichnung verschenken oder jemanden anrufen. Dabei können Kinder erfahren, wie lohnend Freundlichkeit für den Gebenden ist.

… mich ablenken und für positive Gefühle sorgen.

Wenn es ihrem Kind gerade nicht so gut geht, probieren Sie, gemeinsam den Blick auf positive Dinge und Aktivitäten zu richten: „Was tut mir gut? Was mache ich gerne und wann fühle ich mich wohl?“. Dies können Hobbys, Spiele oder lustige Filme sein.
Vielleicht gelingt es auch, eine Situation von der humorvollen Seite zu sehen (z.B. lustige Maske; Maske selbst gestalten). Versuchen Sie, die Anzahl der positiven Empfindungen und Gedanken Ihres Kindes zu steigern.

1) Ich HABE, Ich BIN und Ich KANN sind drei kulturübergreifende Resilienzquellen, die Ende der 1990er Jahre von der Entwicklungspsychologin Edith Grotberg in ihrem internationalen Projekt zur Resilienzforschung  (International Resilience Project) identifiziert wurden.

Für diese Tipps wurden Grotbergs Resilienzquellen  als mögliche Anleitung für Eltern zur Resilienzförderung ihrer Kinder in die Praxis übersetzt. 

Siehe dazu auch den Artikel :

Kinder stärken in Zeiten der (Corona-)Krise 

(Silvia Exenberger, Verena Wolf  | Unsere Kinder, 2/20, p.18-19)

Buchtipp:

Hase Bilderbuch Resilienz

»Das Eulengeheimnis«

Neuerscheinung – Bilderbuch

Oje, der Hase hat sein geliebtes Kuscheltuch verloren,
und die Enten streiten um die größte Himbeere des Waldes.
Was für ein Glück, dass der Sonnenzwerg vom Eulengeheimnis weiß.
Nun sind sich alle einig: Nichts wie hin zur Eule!

In diesem Märchen steht die Förderung von Resilienz im Vordergrund. Resilienz ist die Fähigkeit, mit Belastungen und Krisen umzugehen. Spielerisch lernen Kinder Möglichkeiten kennen, mit denen sie schwierige Situationen bewältigen können.

Am Ende des Buches findet sich ein Text für Erwachsene. Hier wird die Geschichte im Hinblick auf die enthaltenen Resilienzquellen aufgeschlüsselt. Außerdem wird ein Grundverständnis von Resilienz vermittelt und gezeigt, wie diese im Alltag gezielt gefördert werden kann.

Erscheinungsdatum: 29.09.2021
Hardcover  |  40 Seiten
210 mm x 250 mm
Studia Universitätsverlag (2021)
ISBN 978-3-99105-001-8
€  23,50 

ab 29.09.2021 erhältlich 
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